Haben Sie sich vielleicht schon einmal gefragt, warum…

Behandlungsdauer: zwischen 45 Minuten und 2 Stunden
Betäubung: örtliche Betäubung oder Vollnarkose (abhängig von Areal)
Klinikaufenthalt: ambulant oder 1 Übernachtung
Ausfallzeit: ca. 3 – 7 Tage

… Sie trotz Sport und gesunder Ernährung das Gefühl haben, dass Ihre Beine ständig dicker werden?

… Ihr Oberkörper normal proportioniert ist, im Vergleich dazu aber Ihre Hüften, Ihr Gesäß und Ihre Beine einer anderen, viel beleibteren Person zu gehören scheinen?

…. Ihre Beine extrem druckempfindlich sind und schmerzen, obwohl Sie dafür keine direkte Erklärung haben?

… Sie bei einem leichten Stoß auf die Haut Ihrer Beine oder Arme bereits blaue Flecken bekommen, die Schmerzen bereiten, manchmal, ohne dass Sie sich noch an den Stoß erinnern können?

… Sie manchmal das Gefühl haben, als sein Ihre Arme und Beine aus Blei, ohne dass Sie sich vorher besonders angestrengt hätten?

Wenn Sie an einem oder mehreren dieser Symptome leiden, so sollten Sie von einem Phlebologen, einem Lymphologen oder einem Gefäßspezialisten klären lassen, ob Sie möglicherweise an einem Lipödem leiden.


Wie sieht die weitere Behandlung aus?

Nach der Operation werden speziell angefertigte Kompressionsmieder getragen, die eine schmerzhafte Anschwellung des operierten Gewebes lindern und eine zügige Heilung unterstützen. Diese müssen mindestens sechs Wochen konsequent getragen werden. In diesem Zeitraum sollte auch bereits wieder mit Lymphdrainagen begonnen werden, um die Entwässerung des Gewebes und somit eine Verbesserung der Heilung zu gewährleisten. Eine konsequente Hautpflege sollte selbstverständlich sein, hierzu beraten wir Sie gerne über geeignete Produkte, die Ihrer Haut helfen, sich zu festigen.

Oft berichten die Patientinnen bereits kurze Zeit nach einer Operation von einer Linderung oder sogar Beschwerdefreiheit der abgesaugten Areale. Meist sind mehrere OP-Sitzungen notwendig, bis die Patientin weitestgehendst schmerzfrei ist und das kranke Gewebe nahezu vollständig entfernt ist. Beschwerdefreiheit kann jedoch nicht garantiert werden. Wir empfehlen, eine Heilungsphase von mindestens drei, besser vier bis sechs Monaten zwischen den einzelnen Operationen ein zu halten. Bei einem einzigen Eingriff  können durch die Entfernung von bis zu sechs oder sieben Litern Fettgewebe anschließend durchaus längere Rekonvaleszenzphasen nötig sein, bis die Patientinnen sich wieder „fit“ für den nächsten Eingriff fühlen.  Durch den oft sehr starken Volumenverlust können überschüssige Hautareale übrig bleiben, die anschließend mittels einer Straffungsoperation gezielt beseitigt werden müssen, so dass eine normale Körpersilhouette entsteht. Hierzu beraten wir Sie gerne bei Bedarf.

Wir empfehlen unseren Patienten im Nachgang des Eingriffs besondere Maßnahmen zu ergreifen, um das operative Ergebnis zu stützen. Hierzu gehören:

 

  • Eine gesunde und individuell abgestimmte Ernährung
  • Regelmäßige Lymphdrainagen und das Tragen von Kompressionswäsche
  • Gezielte sportliche Aktivitäten
  • Engmaschige Kontrollen durch unsere Fachärzte

Was steckt hinter der Krankheit Lipödem?

Das Lipödem ist eine angeborene Fettverteilungsstörung, die nur Frauen betrifft und welche leider immer noch -auch von vielen Ärzten- nicht erkannt wird. Sie manifestiert sich überwiegend an Ober- und Unterschenkeln, Knien, Knöcheln und Oberarmen. Die Hände und Füße bleiben dabei ausgespart, so dass oft eine kragenartige Verdickung an Knöcheln und Handgelenken entsteht. Die Störung des Fettstoffwechsels führt zu einer Vermehrung und mit zunehmendem Stadium zu einer Verhärtung des Gewebes und verläuft immer fortschreitend. Die Erkrankung ist für die Betroffenen neben den Bewegungseinschränkungen immer mit Schmerzen verbunden. Sind keine Schmerzen vorhanden, so kann auch eine andere Erkrankung Ursache der Umfangvermehrung sein.


Unterteilt wird dieses Krankheitsbild in 3 Stadien:

1. Stadium: feinknotige Hautöberfläche (celluliteähnlich)

2. Stadium: grobknotige Hautoberfläche mit starken Dellen 

3. Stadium: verhärtetes, deformiertes Gewebe und ausgeprägt Fettwülste 


Was bedeutet das für die betroffenen Patientinnen?

Die Erkrankung stellt eine große körperliche und psychische Belastung für Betroffene dar, da oft zusätzlich zu den körperlichen Leiden auch Schuldgefühle und Scham bei den Patientinnen vorhanden sind, die oftmals durch ihr (auch näheres) Umfeld verursacht werden. Verächtliche Blicke, böse Bemerkungen und allgemein großes Unverständnis sind an der Tagesordnung, da angenommen wird, man sei nur durch übermäßiges essen so dick geworden. An eine mögliche Erkrankung wird dabei nicht gedacht.

Die Krankheit Lipödem ist genbedingt vererbt und beginnt meist schon während oder kurz nach der Pubertät. Das Lipödem ist medikamentös weder behandelbar, noch heilbar.  Inzwischen weiß man aus etlichen Erfahrungsberichten von Betroffenen und Ärzten, dass Diäten oder auch sportliche Betätigung überhaupt keinen Einfluss auf das Lipödem selbst haben. Zusätzlich vorhandene Adipositas sollte allerdings abgebaut werden. Auf gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sollte dennoch geachtet werden und auch Sport sollte man treiben. Leider lässt sich das Lipödem davon trotzdem nicht beeindrucken. 


Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Es gibt konservative Therapiemöglichkeiten, die die Krankheit lindern können, hierzu zählen Kompression und Lymphdrainagen, diese müssen jedoch ein Leben lang fortgesetzt werden, geht es nach dem Willen der Krankenkassen und medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK). Dauerhaft aufhalten oder gar heilen lässt sich das Lymphödem hierdurch jedoch nicht. Eine Durchführung dieser Maßnahmen ist dennoch dringend anzuraten, da sich hierdurch ein Fortschreiten der Erkrankung bremsen lässt und eine Linderung der Symptome mitunter erreicht werden kann.

Eine für viele Patientinnen segensreiche Behandlung stellt die medizinische Fettabsaugung des erkrankten Gewebes dar. Die medizinisch indizierte Fettabsaugung, oder auch Liposuktion bei Lipödem genannt, ist ein Verfahren, um überschüssiges, krankhaftes Körperfett zu entfernen, das durch Gewichtsreduktion nicht beeinflussbar ist. Das durch die Operation entfernte Fett ist dauerhaft weg und wird an den operierten Stellen nicht wieder kommen. Leider ist das Lipödem damit nicht geheilt, denn das Lipödem ist nicht heilbar. Deshalb sollte man möglichst weiterhin auf die Ernährung achten und sich sportlich betätigen. Dennoch kann bei vielen Patientinnen eine rasche Beschwerdefreiheit erreicht werden, vor allem, wenn das krankhafte Fett im Frühstadium I entfernt wird. 


Welche Voraussetzungen muss man für eine Operation erfüllen?

Betroffene Patienten sollten mindestens ein Jahr konservative Behandlungen (Kompression, Lymphdrainage) durchgeführt haben. Sollten diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen, besteht anschließend die Möglichkeit, einen Antrag auf eine Kostenübernahme für eine Absaugung des kranken Gewebes bei der Krankenkasse zu stellen. Leider ist die Chance auf eine Übernahme durch die Krankenkasse sehr gering, da es sich bei der Fettabsaugung nicht um eine Regelleistung im Sinne des gesetzlichen Leistungskataloges handelt. Somit ist die Behandlung für viele Patientinnen ein Selbstzahlerleistung.


Wie läuft die operative Behandlung ab?

Die Absaugung beim Lipödem wird von unseren Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit Hilfe der sogenannten WAL-Technik (wasserstrahl-assisierte Fettabsaugung) durchgeführt. Hierbei wird das überschüssige und krankhafte Körperfett durch den Wasserstrahl vom umliegenden Gewebe gelöst und, unter besonderer Schonung der Lymphgefäße, entfernt. Die Behandlung erfolgt in Vollnarkose und mit einer Übernachtung in unserer Klinik. Die Menge des entfernten krankhaften Fettgewebes richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten, Volumen von fünf bis sieben Litern pro Operation stellen keine Seltenheit dar. 


Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen IPRAS European Board of Plastic Reconstructive and Aesthetic Surgery Deutsche Gesellschaft für Senologie Interplast Germany